Geschichte

Schinznach-Dorf wurde am 13. März 1189 erstmals in einer Urkunde erwähnt. Papst Clemens III. nimmt das Kloster Muri samt seinem Besitz, worunter „predium Schincennacho“ aufgeführt ist, in seinen Schutz. Das Dorf war fest in habsburgischer Hand, bis zu dem Zeitpunkt, als die Habsburger in Sempach am 9. Juli 1386 in einer entscheidenden Schlacht geschlagen wurden. 1415 übernahmen die Berner die Macht im Aargau, zuerst rechts der Aare, dann ab 1460 auch links der Aare.

Die französische Revolution brachte die jahrhundertealte Berner Herrschaft zum Verschwinden. Am 12. April 1798 wurde im Aargau die „eine und unteilbar Republik“ ausgerufen. Die fränkische Nation aber, in welcher die hiesigen „Patrioten“ nur Freunde erblickt hatten und die Freiheit und Gleichheit hätte bringen sollen, plünderte die Schweiz aus, nicht etwa nur die verhassten Aristokraten von Bern. Sie beherrschte die Schweiz zu ihrem Vorteil. Die neue einheimische Regierung war nicht frei, die neue zentralistische Verfassung aufgenötigt worden. Die ständigen Zwistigkeiten waren so gross, dass es zu Verhandlungen in Paris kam. Mit der Mediationsverfassung vom 19. Februar 1803 war der heutige Kanton Aargau von Napoleons Gnaden gegründet. 

Zu den vielen Burgen, Schlössern und Ruinen rund um Schinznach-Dorf gibt es folgendes zu er­zählen:

Schon zu habsburgischen Zeiten gehörten Thalheim und Schinznach-Dorf zum Amt Schenkenberg, welches von der Burg Schenkenberg in Thalheim (1243 erstmals urkundlich erwähnt) aus gesichert wurde. In ihr residierten die Schenken von Schenkenberg, ein habsburgisches Dienstleutegeschlecht. Mit der Berner Herrschaft fielen die vier Gemeinden Thalheim, Schinznach-Dorf, Oberflachs und Veltheim unter das Regime des Landvogtes, welcher auf Schenkenberg in der 1460 ausgebrannten aber wieder neu aufgebauten Burg residierte und die hohe Gerichtsbarkeit (Kapitalverbrechen) ausübte. Nach 1720 wurde Schenkenberg noch einige Jahrzehnte als Hochwacht bewohnt, zerfiel aber anfangs des 19. Jahrhunderts zu einer Ruine.

Schloss Kasteln in Oberflachs (1238 erstmals urkundlich erwähnt) gilt als kiburgische Gründung und verwaltete mit den Schenken von Kasteln die Ortschaften Oberflachs und Veltheim. 1642 wurde die Burg von Hans Ludwig von Erlach neu erbaut. 1732 erwarben die Berner das Schloss Kasteln. 1907 brannte Schloss Kasteln.

Direkt hinter Kasteln befand sich die Burg Ruchenstein, die von Erlach 1643 niederreissen liess und deren Material für den Neubau verwendet wurde. Daher ist von dieser Burg nichts mehr sichtbar.

Wildenstein (1301 erstmals urkundlich erwähnt) und Kasteln oblagen die niedere Gerichtsbarkeit (leichtere Straffälle), 1720 erwarben die Berner das Schloss Wildenstein, dessen Erbauer unbekannt sind. Ab 1720 residierte der Landvogt nicht mehr auf Schenkenberg sondern im Schloss Wildenstein.

Das Oberamt Schenkenberg umfasste während der Berner Herrschaft 1732 alle links der Aare liegenden Gemeinden des heutigen Bezirks Brugg, sowie die Stadt Brugg mit der dort ansässigen Landschreiberei. 1732 wurde die eigene Landvogtei Kasteln (Oberamt 3. Klasse) geschaffen, zu der Auenstein, Oberflachs, Schinznach und teilweise auch Villnachern gehörten.

Bis 1938 gab es die zwei politischen Gemeinden Schinznach auf der linken und Birrenlauf auf der rechten Aareseite. Die berühmte Schwefelquelle wurde 1654 im Gemeindebann von Schinznach entdeckt, aber schon 1670 durch einen Laufwechsel der damals verwilderten Aare verschüttet. 1691 wurde sie auf der rechten Aareseite, also im Gemeindebann von Birrenlauf wieder entdeckt. Aber getauft ist getauft. Das Bad behielt den Namen Schinznach. Das im Jahre 1858 noch kleine Dorf Birrenlauf erhielt nur wegen des berühmten Bades eine Bahnstation, aber mit dem Namen Schinznach-Bad, den dann auch die Post übernahm. Dies gab zu endlosen Verwechslungen Anlass, so dass die Gemeinde Birrenlauf nun seit 1938 Schinznach-Bad und Schinznach den offiziellen Namen Schinznach-Dorf trägt.

CD Demoversion Geschichte

Wappen der Schinznacher Familien  [PDF, 716 KB]

 

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